Projekt zur Geschichte unseres Gebäudes

Block (Hi)story

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Am 22.01.2019 erzählten die Zeitzeugen Herr Cesare Finzi, Herr Arnaldo Loner und Herr Lionello Bertoldi in unserer Aula den Schülerinnen und Schülern unserer Maturaklassen von ihren Erlebnissen in der Zeit des Nationalsozialismus bzw. Faschismus.

Am berührendsten waren die Ausführungen vom jüdischen Überlebenden Cesare Finzi. Seine aus Ferrara stammende Familie überlebte mit Hilfe vieler einfacher Menschen. So halfen v.a. die Bürger aus dem Dorf Gabicce, südlich von Rimini, u.a. auch der Familie Finzi mit falschen Pässen. Sie halfen, obwohl auf jeden Juden ein beträchtliches Kopfgeld ausgesetzt war und die Bewohner von Gabicce allesamt arme Fischerfamilien waren. Berührt hat auch Finzis Erzählung vom Verlust seiner Würde durch die Rassengesetze, die ihn vom alltäglichen Leben zunehmend ausschlossen, z.B. vom Schulbesuch. Eine Gänsehaut bekamen viele von uns u. a., als er von seinem Onkel, der in Bozen lebte, sprach. Er, seine Frau und die drei Kinder, darunter die nicht ganz vierjährige Olimpia Carpi, wurden nach Auschwitz deportiert und sind dort umgekommen.

Über das Durchgangslager Bozen und die Verbrechen, die dort geschahen, referierte der Rechtsanwalt Arnaldo Loner. Herr Loner vertrat die Stadt Bozen im Prozess gegen Misha Seifert, den bestialischen ukrainischen Aufseher im Durchgangslager Bozen, der im hohen Alter von Kanada an Italien ausgeliefert und wegen 11 nachgewiesenen Morden im Lager Bozen zu lebenslanger Haft verurteilt worden war.

Herr Lionello Bertoldi erzählte anschaulich und imposant v.a. von seinen Erfahrungen als Partisanenkämpfer bei Caldonazzo.

Alle drei Referenten gingen gerne auf die von den Schülern und Schülerinnen gestellten Fragen ein und betonten immer wieder, dass v.a. sie es sind, weswegen sie hier seien, da sie es in den Händen hätten in der Gegenwart jeder Form von Intoleranz und Faschismus entgegenzuwirken.