Menschen, die unsere Schule geprägt haben

WEGBEGLEITERINNEN UND WEGBEGLEITER der letzten 50 Jahre ERZÄHLEN IHRE GESCHICHTE
FRANCO BERNARD
Lehrkraft für Deutsch und Geschichte von 1985 bis 2015 an der HOB und WFO, anschließend Schuldirektor in Algund, seit 2019 in Pension

m Schuljahr 1991/92 kam ich als Lehrkraft für Deutsch und Geschichte mit einem Jahresauftrag an die HOB. Im darauffolgenden Jahr übernahm ich eine volle Lehrstelle an der Kaufmännischen Lehranstalt (KLA). Zwei Schuljahre später bekam ich die Stammrollenstelle an dieser Schule. In der Folge blieb ich ihr treu, bis zur Pensionierung. Dabei wurde die KLA zunächst zur LeWiT und dann zur WFO.

Ziemlich heimelig
Ich habe mich an der HOB gleich sehr wohl gefühlt (deshalb bin ich auch so lange geblieben), das hängt sicher bis mit den Kolleginnen und Kollegen zusammen, mit denen ich so viele Jahre arbeiten durfte. Aber auch die Schülerinnen und Schüler waren ein guter Mix aus allen Schichten der Bevölkerung, das hat die Sache interessant gemacht.

Das Fach Deutsch, oder besser gesagt die deutsche Literatur, stand vielleicht nicht unbedingt im Zentrum des Fächerkanons der HOB/WFO, aber ich habe selten größeren Widerstand erlebt.
Als ich als junger Lehrer an die Schule gekommen bin, gab es da noch die ganze Gründergeneration von Lehrkräften, die dem Betrieb ihren Stempel aufgedrückt haben. In der Pause traf man sich im Chemielabor beim Kollegen Knappe. Hier wurde Kaffee gekocht und – wenn ich mich recht entsinne, auch geraucht. Das war ziemlich heimelig damals.

Ein früher Schock war der unerwartete Tod eines sehr beliebten Italienisch-Kollegen, Franco Munarini. Er war gerade Vater geworden, ihn hat ein Tumor hinweggerafft. Privat habe ich vom Eintritt in die HOB profitiert, weil meine spätere Ehefrau Gerlinde Aukenthaler (damals „Auki“ genannt) hier ebenfalls Deutsch unterrichtet hat. Beim Austausch von Fotokopien über Franz Kafka (!) sind wir uns nähergekommen.

Mit dem Eintritt der Direktorin Renate Latschrauner waren die gemütlicheren Jahre an der HOB vorbei. Sie hat ihr Leben in die Schule gesteckt und sich nicht gescheut, ihre Vorstellungen von einem funktionierenden Betrieb auch gegen interne Widerstände durchzusetzen. Insgesamt hat sie viel dazu beigetragen, die HOB weiterzuentwickeln und zu einer modernen Schule zu machen. Die größten Veränderungen hat aber wohl die Digitalisierung gebracht.