Interview mit ABSOLVENTINNEN UND ABSOLVENTEN unserer Schule
Günther Götsch
Maturajahr 1989
Nach einem Ausflug in den öffentlichen Dienst und in den Journalismus bin ich seit mehr als 30 Jahren als Schauspieler, Regisseur, Sprecher und Sprechtrainer tätig.
Erinnerungen? Erinnerungen an Klassenfahrten stehen ganz oben. Wir waren die erste 3. Klasse, der ein Ausflug mit Nächtigung genehmigt wurde, wir fuhren nach München, Wien und Budapest; wunderschöne Erlebnisse. Auch in der Klasse wurde viel gelacht und es überwiegen die positiven Ereignisse. Es gab aber auch Wochen, die nur noch vom übertriebenen Lernen und täglichen Schularbeiten bzw. Prüfungen geprägt waren.
Nutzen? Für mich hat sich die Ausbildung mehr als bezahlt gemacht. Mit Mathe als Lieblingsfach und meinem Drang nach einer eindeutigen Lösung auf jede Frage, war ich an der HOB genau richtig. Auch heute noch spielt es mir in die Karten, dass ich zumindest ansatzweise buchhalterisches Talent besitze. Für mein kreatives Schaffen auf der Bühne allerdings hat mir die Auswertung von Bilanzen weniger geholfen.
Warum HOB? Ich muss gestehen, dass meine Eltern diese Entscheidung für mich getroffen haben. „Mit der Handelsoberschule kannst du nix falsch machen, da kannst du direkt im Anschluss in einem Büro oder in einer Bank arbeiten“, höre ich heute noch meine Mutter sagen. Der Sicherheitsgedanke stand damals über allem.
Lehrkräfte? Wir C-Zügler hatten keine Hauptlehrkräfte, die uns über mehrere Jahre durch die Oberschulzeit begleitet hätten, das war den Schülerinnen und Schülern der Hauptzüge A+B vorbehalten. Der ständige Lehrerwechsel war Fluch und Segen zugleich, die Gastspiele dauerten meist nie länger als ein Schuljahr. Außerordentlich positiv in Erinnerung geblieben ist mir Paul Thuile, heute einer der bekanntesten Südtiroler Künstler und Designer. Er hatte die außergewöhnliche Fähigkeit, Mathematik spielerisch samt einer gehörigen Portion Humor zu vermitteln.