WEGBEGLEITERINNEN UND WEGBEGLEITER der letzten 50 Jahre ERZÄHLEN IHRE GESCHICHTE
RENATE
Latschrauner
Direktorin der HOB von 1987 bis 2009
Die Jahre meiner Direktion waren geprägt von tiefgreifenden Veränderungen im Bildungswesen – eine Zeit, in der es darum ging, „Schule in die Zukunft zu denken“, wie Michael Schratz es treffend formulierte. Im Rückblick denke ich an die vielen Menschen, denen ich im Laufe dieser Jahre begegnen durfte. Diese Begegnungen waren nicht nur beruflich bedeutsam, sondern für mich auch persönlich bereichernd.
Entwicklung der Schule verdankt sich dem Einsatz vieler Mir war stets bewusst, dass gelingende und nachhaltige Schulentwicklung das Miteinander aller am Schulleben Beteiligten braucht sowie die Unterstützung durch Schulbehörden, Landesämter und Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft. Die Impulse kamen von Lehrkräften, Eltern, Schülerinnen und Schülern, externen Partnern oder waren eine Reaktion auf gesellschaftliche Entwicklungen und neue gesetzliche Rahmenbedingungen. So konnte gemeinsam viel bewegt und ein tragfähiges Fundament für die heutige WFO gelegt werden. Die positive Entwicklung der Schule verdankt sich dem Einsatz vieler engagierter Lehrkräfte mit hoher fachlicher und didaktischer Kompetenz, verlässlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung – und meiner eigenen verantwortungsvollen Leitungsarbeit.
Aus jeder Erfahrung lernen Es war eine schöne, wenn auch fordernde Zeit. Denn umfassende Schulentwicklung bedeutet nicht selten, „dicke Bretter zu bohren“, sie verlangt Weitblick, Ausdauer und auch den konstruktiven Umgang mit Widerständen. Ich habe die Aufgabe als Direktorin mit großer Freude ausgeübt. Viele Momente sind mir in lebendiger Erinnerung geblieben – beispielhaft möchte ich nennen:
festliche Schulfeiern mit Beiträgen der Schulband, des Chores, der Theater- und Tanzgruppe,
zahlreiche Preisverleihungen und sportliche Erfolge, getragen von der ansteckenden Begeisterung der Jugendlichen,
die stets gut besuchten „Tage der offenen Tür“, bei denen die Arbeit aller Klassen und Lehrkräfte große Wertschätzung erfuhr.
In einem langen Berufsleben bleiben auch schwierige Situationen nicht aus. Mein Umgang damit war geprägt von Gelassenheit und dem Bemühen, aus jeder Erfahrung zu lernen.
Auch Direktorinnen können mit ihrem Latein am Ende sein Ein neues Schuljahr hat begonnen mit vielen Erstklässlern aus Stadt und Land. In der Pause stürmt ein „Jüngele” aus dem Passeiertal mit einem „Griaß-di” in die Direktion und trägt sein Anliegen vor. Die Genehmigung zum Verlassen des Pausenhofes will ich mit ein paar Anstandsregeln verknüpfen, weshalb ich ihm klar mache, dass es beim Eintreten in die Direktion „Grüß Gott” und beim Verlassen „Auf Wiedersehen” heißt, schließlich sind wir ja nicht Bekannte oder Gleichaltrige. Mit Genugtuung sehe ich, wie der Schüler einsichtig nickt. Er verlässt dann die Direktion mit einem schallenden „Pfiat-di”.