WEGBEGLEITERINNEN UND WEGBEGLEITER der letzten 50 Jahre ERZÄHLEN IHRE GESCHICHTE
RENATE WUTTE
Lehrkraft für Deutsch und Geschichte an der LeWiT und WFO von 1986 bis 2024
Denke ich an meine Arbeit in den letzten 30 Jahren an dieser Schule, fallen mir vor allem die vielen Schülerinnen und Schüler ein, die ich kennenlernen durfte! Ich habe immer viel Spaß gehabt, und ich liebe meine Arbeit mit jungen Menschen.
Vom Lesefieber zur Leseflaute Wenn ich an meine Unterrichtstätigkeit denke, kommen mir viele Dinge in den Sinn. Was mir als Deutschlehrerin am meisten auffällt, ist, wie stark die Freude am Lesen bei vielen abgenommen hat. Bis noch vor ungefähr 15 Jahren haben sich fast alle in der Klasse auf die Lektüre nur so gestürzt.
Erinnerungen an die Corona-Zeit Woran ich oft noch zurückdenke und was eher zu den traurigen Erinnerungen gehört, ist die Corona-Zeit: das Masken-Tragen, die Desinfektionsmittel auf dem Pult, zweimal die Woche musste in der Früh gleich getestet werden, sicherlich auch die Angst vor Ansteckung. Als wir alle im Lockdown zuhause bleiben mussten, da hockte ich – wie so viele andere auch – fast ständig vor dem Laptop und bekam gleich Panik, wenn mal die Online-Verbindung nicht klappte.
Digitaler Wandel im Klassenzimmer Und da wären wir gleich beim Thema, was sich in den letzten Jahren stark verändert hat – die fast totale Umstellung auf das Digitale: das digitale Register, die digitale Tafel mit allen Finessen (aber auch Tücken), jede und jeder hat nun einen Laptop vor sich. Sehr praktisch, sei es bei Recherchen, beim Halten von Referaten, beim Mitschreiben und, und, und …, aber ich möchte nicht wissen, wie viele Spielchen und Ähnliches da heimlich gelaufen sind.
Schülerinnen und Schüler im Wandel – und doch vertraut Das Wesen der Schülerinnen und Schüler hat sich erfreulicherweise wenig verändert. Bis auf eine gewisse Unkonzentriertheit und nachlassende Schreibkompetenz, die mir in den Jahren davor nicht so aufgefallen sind, erlebte ich in den Klassen nach wie vor, wie sehr Geduld, Verständnis, Einfühlungsvermögen und auch eine gute Portion Humor geschätzt werden.
Schule als Lebensraum Eine Schule ist eben nicht nur ein Gebäude oder eine Ansammlung von Räumen und pädagogischen Angeboten, sondern ein Miteinander von Menschen, ein Aufeinander-Zugehen und ein Voneinander-Lernen.