Wirtschaft dient dem Menschen – nicht umgekehrt

ElsenVortrag screenshot

Das war die Kernbotschaft von Prof.in Susanne Elsen, die für unsere 4. und 5. Klassen online zu Besuch bei uns war. Sie ist Professorin für Sozialwissenschaften an der Universität Bozen-Brixen und international angesehene Expertin im Bereich soziale und solidarische Ökonomieein eigenes Forschungsgebiet der Wirtschaft, das sich mit zukunftsträchtigen Lösungen für die sozialen Probleme unserer Zeit befasst – ein gerade jetzt in Pandemiezeiten besonders aktuelles Thema.

Aber es geht um viel mehr: Es geht um ein neues Denken von Wirtschaft, Arbeit und Gesellschaft – um das GANZE Wirtschaften und die GANZE Arbeit, wie Prof.in Elsen einleitend darlegte. Die „klassischen“ Vorstellungen und Praktiken taugen nicht (mehr) – nicht für die Gegenwart, noch weniger für unser aller Zukunft, so Prof. Elsen.

Eine wahrhaftige Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft sei nötig – dieselbe wie zur Verwirklichung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Agenda 2030), die das übergreifende Thema unserer Projektwoche zur gesellschaftspolitischen Bildung sind.

Und die soziale und solidarische Ökonomie kann sehr viel dazu beitragen:  Sie ist mit ganzen 8 der 17 UN- Ziele aufs Engste verbunden und berücksichtigt ebenso alle 3 großen Bereiche einer nachhaltigen Entwicklung und Gesellschaft, nämlich Ökonomie, Ökologie und Soziales.

 Wie die soziale und solidarische Ökonomie das schafft, zeigte Prof.in Elsen an vielen verschiedenen Ansätzen, Modellen und praktischen Beispielen – auch aus Südtirol; wie überall auf der Welt, und gerade auf lokaler und regionaler Ebene, existieren vielfältigste Formen ökosozialer Ökonomie: Menschen aus den unterschiedlichsten Alters-, Sozial- und Bildungsschichten tun sich zusammen, um in demokratisch organisiertenGemeinschaften (Partnerschaften, Kooperativen, Genossenschaften, Initiativen und Projekten), einerseits wirtschaftlichen Erfolg und Existenzsicherung und andererseits das Gemeinwohlanzustreben, sowohlinnerhalb als auch außerhalb des Marktes.

Oberstes Ziel ist die Erfüllung der GANZEN Bedürfnisse von Menschen: neben der Existenzsicherheit auch das nach Anerkennung und kreativer Entfaltung in einer Gemeinschaft, nach Einbindung und aktiver Teilhabe an Wirtschaft und Gesellschaft.

Und dass das Bedürfnis nach einer gesunden Umwelt keine Nebenrolle spielt, versteht sich eigentlich von selbst.

Konkrete Beispiele:

Ökosoziale Genossenschaften/ Bürgergenossenschaften, ökosoziale Landwirtschaft, urbane Gemeinschaftsgärten, Zeitbanken, Repaircafe´s, gemeinschaftliche ökologische Bewirtschaftung z.B. aufgelassener Bauernhöfe oder vernachlässigter Grundstücke durch junge Leute, Co-Working verschiedener Art, MitarbeiterInnen-geleitete Betriebe,  Gemeinschaftsnutzungen/Sharing von allem Möglichen (Nutzen statt Kaufen), Konsumenten-Netze (z.B. GAS-Gruppen), Hausgemeinschaften mit ungeteiltem Eigentum und andere Formen von Co-Housing (z.B. Studenten wohnen und leben mit Senioren im Altenheim), kooperative ländliche Nachbarschaftsläden (Alles unter einem Dach), ländliche/urbane Produktions- und Direktverkaufsgemeinschaften…

Unter folgendem Link ist die Videoaufnahme der gesamten Veranstaltung zu finden:

https://web.microsoftstream.com/video/f96cd643-1d8a-4001-ad33-3e8282dc798b

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