alle Berichte im Überblick

Raphael Donati, Maturajahr 2016

LEBENSWEGE

Interview mit ABSOLVENTINNEN UND ABSOLVENTEN unserer Schule
Raphael Donati
Maturajahr 2016

Ich habe im August 2016 beim Jugenddienst Meran angefangen zu arbeiten. Außerdem biete ich Workshops zu Unterstützter Kommunikation und zu Persönlicher Zukunftsplanung an Schulen und Bildungshäusern an. Da erzähle ich, wie ich mein Leben meistere und leiste Sensibilisierungsarbeit zu Inklusion.

Ich habe mich angenommen gefühlt
Ich konnte mich in vielen Bereichen weiterentwickeln und ich wurde von meinen Lehrkräften, meiner Integrationslehrperson und meiner Mitarbeiterin für Integration richtig gut gefördert und unterstützt. Ich habe auch die gemeinsamen Erlebnisse mit meinen Klassenkameradinnen und Klassenkameraden genossen. Ich habe mich angenommen gefühlt und es war schön, Teil dieser Gemeinschaft zu sein.

Ich konnte immer und überall dabei sein
Wir waren in der 4. Klasse in London und wollten mit der U-Bahn fahren, die nicht barrierefrei war. Kein Problem für meine Mitschülerinnen und Mitschüler, sie haben mich und den Rollstuhl getragen, und so konnte ich immer und überall dabei sein. Auch der Maturaball ist mir in sehr guter Erinnerung geblieben. Es war ein wunderschöner Abend und ich konnte zusammen mit einem Mitschüler Lose verkaufen. Es war schön, gemeinsam zu feiern.

Ich konnte an der Schule Inklusion erleben
Es gibt mehrere Lehrkräften, die mir in Erinnerung geblieben sind, und ich mache immer noch gerne ein Ratscherle, wenn ich jemanden treffe. Ich konnte an der Schule Inklusion erleben und sie haben viele Dinge möglich gemacht. Sie haben ganz intensiv mit mir gearbeitet und es geschafft, dass ich nach der Schule eine Arbeit gefunden habe, die mir gefällt und wo ich ganz regulär angestellt bin. Ich habe im Laufe der Oberschulzeit viele Kompetenzen erworben, besonders im digitalen und im sprachlichen Bereich. Auch auf persönlicher Ebene habe ich viel gelernt und ein gutes Selbstbewusstsein entwickelt.

Gemeinsam gelöst: Escape Room im Deutschunterricht

Am 4. Februar 2026 machten wir, die Klasse 3C FM, einen Escape Room in unserem Klassenzimmer. Ziel war es, durch das Lösen von 12 Stationen und versteckten Hinweisen zur Sprach- und Literaturgeschichte insgesamt 12 Schlösser zu knacken, um den Koffer zu öffnen.

Unsere Klasse musste zunächst verschiedene Zettel mit den darauf stehenden Hinweisen im Klassenzimmer suchen. Die Stationen waren unterschiedlich aufgebaut: Es galt, verschiedenste Aufgaben zu lösen, unter anderem Kreuzworträtsel, Suchsel sowie Fragen zu Gedichten und anderen Themen der Sprach- und Literaturgeschichte, die wir zuvor im Unterricht behandelt hatten, wie zum Beispiel zum „Hildebrandslied“ oder „Under der Linden“ von Walther von der Vogelweide. Jede dieser Stationen war jeweils einem Schloss zugeordnet, dessen Zahlencode durch die Lösungen der Aufgaben herausgefunden werden konnte. Wir arbeiteten als Klasse zusammen, um die Aufgaben nach und nach zu lösen, die Hinweise zusammenzufügen und die verschiedenen Kombinationen korrekt einzugeben. Wir konnten die verschlossenen Schlösser in 24 Minuten und 4 Sekunden gemeinsam öffnen und somit den Rekord von Prof. Eggers Klassen knacken!

Der Escape Room verlief somit erfolgreich, und wir konnten mithilfe dieser kreativen Arbeitsweise Unterrichtsinhalte vertiefen sowie unter anderem Teamarbeit und Konzentration fördern. Ich fand diese Unterrichtseinheit sehr spannend und abwechslungsreich. Außerdem finde ich, man könnte solche Aktivitäten auch in anderen Fächern als Unterrichtsmethode anwenden, da man sich bestimmte Inhalte so besser merken kann.

Ich habe auch einige meiner Mitschülerinnen und Mitschüler zu ihren Meinungen zu dieser Unterrichtsaktivität befragt:

Jana Kienzl: „Mir hat der Escape Room gut gefallen, da es eine etwas andere Art war, den Unterrichtsstoff zu vertiefen und eine Wiederholung für den Test zu machen. Ich würde eine solche Art von Unterricht gerne öfter machen, da man bei solchen Projekten die Klassengemeinschaft stärkt, weil alle zusammenarbeiten müssen.“

Raphael Königsrainer: „Mir persönlich hat dieser Escape Room sehr gut gefallen. Es war eine gute Abwechslung zum normalen Unterricht. Es war sehr toll, zusammenzuarbeiten und gemeinsam ein Ziel zu verfolgen und zu erreichen, und den Rekord zu brechen war natürlich ebenfalls sehr schön und ein kleiner Erfolg für die Klassengemeinschaft.“

Egon Marth: „Ich fand den Escape Room sehr interessant und spannend, da es mal etwas anderes war.“

Autorin: Dana Gögele

ABENDSCHULE

50 Jahre WFO Meran

ABENDSCHULE

Zur Matura auf Umwegen: Die Abendschule an der WFO „Franz Kafka” Meran

Zur Matura auf Umwegen

Zwar gab es in Südtirol ab dem Jahr 1971 die Möglichkeit, über Fernkurse beim Katholischen Verband der Werktätigen (KVW) den Schulabschluss nachzuholen, doch stieg in den 80er-Jahren der Bedarf. In Folge wurden 1991 in allen Bezirken Abendschulen eingerichtet. Diese Möglichkeit nehmen jedes Jahr Hunderte meist berufstätige Personen in Anspruch, um sich mit der Matura in der Hand neue Möglichkeiten zu eröffnen.

Mit dem nötigen Biss die Matura nachholen

Seit dem Schuljahr 2015/16 ist Roland Stauder, Vizedirektor der WFO, auch Koordinator der Abendschule. Er führt mit den Anwärterinnen und Anwärtern Informations- und Beratungsgespräche, stellt den Stundenplan zusammen, sucht geeignete Lehrkräfte, koordiniert die
Einschreibungen und steht allen Beteiligten mit Rat und Tat zur Seite. Er sieht in der Abendschule einen Ort voller „motivierter
Lehrkräfte und vor allem Schülerinnen und Schüler, die mit dem nötigen Biss die Matura nachholen wollen.”

Flexibilität dank Online-Unterricht

Derzeit gibt es an der Abendschule Meran rund 65 Schülerinnen und Schüler in je zwei dritten, vierten und Abschluss-Klassen. Die Schülerinnen und Schüler steigen in jene Klasse ein, in der sie ihre Schulkarriere abgebrochen haben. Der Unterricht erfolgt von Montag bis Donnerstag und orientiert sich an den regulären Schulcurricula. In der ersten und zweiten Klasse muss zu Semesterende jeweils eine Abschlussprüfung abgelegt werden, im Triennium (dritte bis fünfte Klasse) werden Noten nach den Vorgaben des regulären Schulbetriebes vergeben und am Ende des Semesters bzw. Schuljahres erfolgt eine Endbewertung. An der Abendschule Meran kann die Staatliche Abschlussprüfung in der Studienrichtung WFO mit Schwerpunkt Verwaltung,
Finanzwesen und Marketing und in der des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums mit Schwerpunkt Volkswirtschaft (ohne Latein) abgelegt werden.

Schulabbrecher auffangen

Die Abendschule war der damaligen Direktorin der HOB Meran, Renate Latschrauner, zufolge eine Initiative, um die hohe Anzahl an Schulabbrecherinnen und Schulabbrechern aufzufangen. Erste Koordinatorinnen der Abendschule an der HOB Meran waren Astrid Freienstein Torggler und Helga Unterthurner.

Die Sicht von Schülerinnen und Schülern

Die Corona-Pandemie war für mich ein sehr einschneidendes Ereignis. Meine Arbeitswelt brach in sich zusammen und ich stand mit leeren Händen da, ohne zu wissen, wie es weitergehen würde. Ich wusste, ich brauche einen Plan B für die Zukunft. Ich habe dann meinen ganzen Mut zusammengenommen und mich kurzerhand an der Abendschule der WFO eingeschrieben. Ich bin stolz, dass ich es bis zur Matura geschafft habe, trotz Arbeit und Familie. Ich habe viel Neues dazugelernt, das ich auch in meine Arbeit einfließen lassen kann, und ich habe neue Freunde gewonnen. Es ist nie zu spät, Veränderungen zuzulassen!
Martina Unterthurner, Schuljahr 2024/25

Die Abendschule hat mir die Chance gegeben, mein Leben zu verändern. Als Erwachsener fühlt es sich oft so an, als könnte man die berufliche Richtung nicht mehr ändern. Doch mit der Abendschule habe ich bewiesen, dass man mit Willenskraft viel erreichen kann. Dank der Abendschule haben sich extrem viele Türen für mich geöffnet. Ich habe am Ende nicht nur ein Diplom in der Hand, sondern auch das Wissen, dass ich die Welt besser verstehe – sei es in Geschichte, Deutsch, Recht oder BWL. Jetzt habe ich die Basis, auf der ich mein Leben aufbauen kann.
Lukas Hofer, Schuljahr 2024/25

Markus Walder, Maturajahr 1993

LEBENSWEGE

Interview mit ABSOLVENTINNEN UND ABSOLVENTEN unserer Schule
Markus Walder
Maturajahr 1993

Im Anschluss an meine Matura absolvierte ich ein Universitätsstudium im Bereich Volkswirtschaft. Heute bin ich Marketingleiter und selbständiger Geschäftsführer einer Marketingagentur.

Noch immer Freunde
Ich erinnere mich gut an den Außensitz der HOB von damals in der XXX-April Straße in Meran. Wir hatten damals noch Stenografie als Unterrichtsfach. Einige Unterrichtsfächer, wie z.B. Volkswirtschaft, haben meine Studienwahl beeinflusst. Ich erinnere mich an unsere Reise nach Florenz in der vierten Klasse und an die Maturareise nach Prag. Einige Schulkollegen von damals sind heute immer noch gute Freunde.

Auf Wirtschaftsthemen vorbereitet
Die HOB hat mich auch inhaltlich beeinflusst: Ich habe sicherlich (Volks-)Wirtschaft studiert, weil ich das Fach damals interessant fand und weil mich die HOB auf Wirtschaftsthemen vorbereitet hat.
Ich kann mich gut an Uta Tribus (BWL) erinnern, weil der Unterricht interessant war und ich über sie auch nach dem Schulabschluss noch in Kontakt mit der Schule geblieben bin, aber auch an Peter Spornberger, weil er den Unterricht in den Fächern Rechtskunde und Volkswirtschaft interessant gestaltete und viele aktuelle Themen aus Wirtschaft und Politik behandelt wurden.
Den Schülerinnen und Schülern möchte ich mitgeben: In der Schule lernt man, wie man lernt, und man lernt nie aus im Leben!

HELENE KOFLER, Lehrkraft für Deutsch und Geschichte an der LeWiT und WFO von 1991 bis 2023

Menschen, die unsere Schule geprägt haben

WEGBEGLEITERINNEN UND WEGBEGLEITER der letzten 50 Jahre ERZÄHLEN IHRE GESCHICHTE
HELENE KOFLER
Lehrkraft für Deutsch und Geschichte an der LeWiT und WFO von 1991 bis 2023

m Schuljahr 1991/92 kam ich als Lehrkraft für Deutsch und Geschichte mit einem Jahresauftrag an die HOB. Im darauffolgenden Jahr übernahm ich eine volle Lehrstelle an der Kaufmännischen Lehranstalt (KLA). Zwei Schuljahre später bekam ich die Stammrollenstelle an dieser Schule. In der Folge blieb ich ihr treu, bis zur Pensionierung. Dabei wurde die KLA zunächst zur LeWiT und dann zur WFO.

Fördern und fordern
Wenn ich an meine Zeit an der Schule zurückdenke, kommt mir vor allem in den Sinn, dass ich sehr gerne unterrichtet habe. Ich habe meine Unterrichtsstunden gerne vorbereitet und immer wieder neue Texte und Methoden versucht. Dabei habe ich auch den technischen Fortschritt mitgenommen, soweit ich das vermochte. Ich war sehr gern bei den Schülerinnen und Schülern, respektierte sie und versuchte, sie zu fördern und zu fordern. Mühsam empfand ich das Korrigieren, aber mein Pflichtbewusstsein gebot mir auch hierbei viel Selbstdisziplin und Pünktlichkeit.

Können und leisten
Es gibt ganz viele Erinnerungen und Szenen, an die ich gerne denke oder die mir zeigten, wie wichtig unsere Arbeit als Erzieherinnen und Erzieher ist. Aber immer wieder konnte ich auch von den Schülerinnen und Schülern lernen oder war überrascht, was sie alles können und leisten. Beispielsweise denke ich gern an einen Schüler, der einen taubstummen Vater hat und bei den Elternsprechtagen den Dialog in die Gebärdensprache übertrug. Jede Schülerin und jeder Schüler war in ihrer bzw. seiner Art faszinierend.

Von der Kreide zum Touchscreen
Neuerungen brachte vor allem die digitale Technik. Von der Kreide wechselten wir zum Touchscreen, von der Projektion mit dem Overheadprojektor zu Online-Übertragungen, vom Kopieren zum Scannen, von der Filmrolle zum Video am PC usw. Der sogenannte Lockdown brachte uns sogar zwei Schuljahre mit Fernunterricht, mit der Erfahrung, dass Lehrkräften und Schülerinnen und Schüler sich nur noch auf dem Bildschirm sahen.

Simon Andreano, Maturajahr 2018

LEBENSWEGE

Interview mit ABSOLVENTINNEN UND ABSOLVENTEN unserer Schule
Simon Andreano
Maturajahr 2018

Nach meinem Schulabschluss absolvierte ich ein Studium an der Universität Innsbruck in Wirtschaftswissenschaften und Management. Daraufhin folgte ein einjähriges Auslandspraktikum bei einem Speditionsunternehmen in Stuttgart, im Anschluss der Eintritt ins Familienunternehmen Spedition Brigl AG.

Höhen und Tiefen
Es ist sehr schön, an die Zeit damals zurückzudenken. Während meiner Schulzeit habe ich viele verschiedene Emotionen erlebt. Es gab viele Höhen und Tiefen, aber schlussendlich machte es (fast) immer Spaß. Die Zeit mit meinen Schulkameradinnen und Schulkameraden zu verbringen, mit ihnen den Schulalltag zu meistern und viele verschiedene neue Erfahrungen zu machen, ist mir in guter Erinnerung geblieben. Wir machten viele Ausflüge und viele Betriebsbesichtigungen, welche für mich immer sehr spannend waren.

Anerkennung und Ungewissheit
Ein Ereignis, welches ich sehr gut in Erinnerung habe, ist das Abschlussgrillen nach der Matura. Die Gefühle waren gemischt: auf der einen Seite die Freude, einen wichtigen Meilenstein im Leben gemeistert zu haben, und der Stolz, dass das Geleistete anerkannt wurde, auf der anderen Seite die Ungewissheit, was „danach“ kommt, und die Gewissheit, dass die Schultage und der damit verbundene Alltag zu Ende gegangen sind.

Grundlagen erlernt
Die Ausbildung an der WFO Meran bietet eine allgemeine Bildung und ist perfekt, um nach der Matura ins Arbeitsleben einzusteigen. Man erlernt die Grundlagen zu wichtigen Themen, wie die Erstellung eines Lebenslaufs, Grundlagen zu den Steuergesetzen, Buchhaltung und vielen mehr.
Mich hat schon immer der Gedanke begleitet, dass ich eines Tages ins Familienunternehmen einsteigen möchte. Daher war eine Ausbildung im wirtschaftlichen Bereich eine sehr gute Möglichkeit, mich auf die Zukunft vorzubereiten, zuerst an der WFO Meran und anschließend an der Universität.