LEBENSWEGE

Interview mit ABSOLVENTINNEN UND ABSOLVENTEN unserer Schule
Joachim Leiter
Maturajahr 1999

Geduld und Verständnis
Die Oberschulzeit war für mich – und für meine Persön-lichkeitsentwicklung – keine einfache Zeit mit einigen Höhen und Tiefen und dennoch mit einem sehr versöhnlichen Abschluss. Die Zeit an der WFO hat mich in vielerlei Hinsicht weitergebracht, mich als jungen Menschen reifen lassen, mir die Zeit gegeben zu verstehen, wie und wo ich meine berufliche Zukunft sehe und mir aufgezeigt, dass sich Einsatz und Leidenschaft immer bezahlt machen (werden). Mit Sicherheit hat mich meine damalige Informatiklehrerin, Hildegard Frei, geprägt. Ich bewundere sie noch heute für ihre Geduld und ihr Verständnis. Sie hat mir vor allem gezeigt, wie viel positive Energie man – mit von Herzen kommender Unterstützung und Glaube an Menschen – entfachen kann.

Regelrechter “Skandal”
Wir haben im vierten Schuljahr mit Stolz unsere Übungsfirma – die „Karl Leps KG” – geführt, bis zu dem Tag, als unser „Einkauf” auf einer Übungsfirmenmesse so viel Ware (Wein) geordert hat, dass wir den Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen konnten. Da haben wir uns für den unpopulären Weg einer Insolvenz entschieden. Das war so einzigartig, dass es der Lokalpresse ein kleines mediales Echo wert war. In Erinnerung bleibt mir aber vor allem die Standpauke der damaligen Direktorin, Renate Latschrauner, welche uns lautstark, die Hände über dem Kopf zusammenschlagend, zu erklären versuchte, dass es untragbar – ja ein regelrechter Skandal – sei, dass eine Übungsfirma der HOB Meran als erste Übungsfirma überhaupt in die Insolvenz geht.